Winterruhe



Die Winterruhe ist ein viel diskutiertes Thema. Doch geht die Veterinärmedizin davon aus, dass eine Winterruhe das Immunsystem stärkt und für ein langes und gesundes Bartagamenleben notwendig ist. Der komplette Organismus der Bartagame ist auf eine Winterruhe aufgrund der Klimaschwankungen in der Natur ausgelegt. 

Daher ist eine Einhaltung der Winterruhe dringend zu empfehlen. Auch bei Jungtieren über 3 Monaten.

Warum auch Jungtiere in die WInterruhe geschickt werden sollten: >>> Hier <<<

Viele Tiere bestimmen von sich aus den Zeitpunkt der Winterruhe, gerade wenn die Wintertage zunehmend kürzer werden. So stellen sie das Fressen ein, werden zunehmend inaktiver und suchen kühlere Orte auf. Stellt man solche Anzeichen bei seinem Tier fest, sollte man langsam mit dem Einleiten der Winterruhe beginnen.Bartagame Höhle gegraben

Jedoch haben nicht alle Tiere eine so stark ausgeprägte innere Uhr, in diesem Fall sollte man selbstständig den Zeitpunkt der Ruhe festlegen und nach und nach mit der Einleitung der Winterruhe beginnen.Der Zeitpunkt kann stark variieren, jedoch findet der Anfang der Ruhe meist um den Monat November herum statt (plus/minus einen Monat).

Auch bei der Dauer der Winterruhe gibt es einige Tiere, die das Ende selbst bestimmen. Der Zeitraum beträgt meist zwischen 6-12 Wochen. In dieser Zeit sollte eine möglichst konstante Temperatur von ca. 16-18 °C eingehalten werden- Hierbei sollten 18 °C nicht überschritten werden, da das Tier ansonsten zu viel Energie verbraucht und stark abnehmen kann, sowie 12°C nicht unterschritten werden. Allerdings gibt es einige Halter und auch Ärzte, die auch einer Winterruhe bei Zimmertemperatur zustimmen. Doch ist hier die Gefahr, dass der Organismus nicht weit genug herunterfährt und somit zu viel Energie verbraucht wird. Somit sollte man nicht in Panik verfallen, wenn man kurzzeitig höhere Temperaturen im Terrarium vorfindet, man sollte aber einen kühleren Ruheplatz anstreben.

Sind diese Temperaturen in dem Hauptterrarium nicht realisierbar, sollten die Tiere umgesiedelt werden. Somit kann man z.B. das kleinere Quarantäneterrarium in einem kühleren Raum aufstellen. Wichtig sind hier allerdings genügend Versteckmöglichkeiten.

Vor der Winterruhe

Es sollte niemals ein krankes oder geschwächtes Tier in die Winterruhe geleitet werden. Jungtiere über 4 Monate sollten auf jeden Fall für ein gesundes Wachstum ruhen. Somit ist es unabdingbar, vor Beginn eine Kotprobe auf Parasiten untersuchen zu lassen. Da während der Ruhe der komplette Stoffwechsel runtergefahren wird, können sich sonst Parasiten und andere Krankheiten ausbreiten und das Tier könnte zugrunde gehen. Natürlich kann die Agame auch bei einem Krankheitsverdacht direkt von einem Tierarzt untersucht werden.

Dies sollte einige Wochen vor Beginn der Winterruhe stattfinden, damit bei einem möglichen Parasitenbefall noch genug Zeit besteht, um diesen zu Behandeln.

Einleiten der Winterruhe

Ist das Tier gesund und kräftig, kann die Winterruhe eingeleitet werden. Hierbei wird die Beleuchtungszeit nach und nach reduziert. Auch die Beleuchtungsstärke und die Temperatur werden nun langsam heruntergefahren. Somit sollte in einer Zeitspanne von ca. 3 Wochen die Beleuchtung von ca. 12-14 Stunden auf ca. 6 Stunden reduziert werden.

WinterschlafAuch sollte ca.3-4 Wochen vor der Ruhe das letzte Mal Lebendfutter gefüttert werden und das Grünfutter sollte reduziert werden. Spätestens 2 Wochen vor der Winterruhe sollte die Bartagame überhaupt kein Futter mehr bekommen. Somit kann sich der Darm der Tiere entleeren und es verbleiben über die Ruhezeit keine Nahrungsreste, die im Darm zu Gärungsprozessen führen können.

Hat man den Verdacht, dass sich noch größere Mengen Futter in dem Darm der Agame befindet, kann man die Verdauung durch ein warmes Bad anregen. Doch sollte das Tier hier nicht zu viel gestresst werden. Meist bereiten einem gesunden Tier kleinere Nahrungsreste weiter keine Probleme.

Während der Winterruhe

Nach dem Absenken der Beleuchtungszeit und der Temperatur, vergraben sich viele Tiere oder verkriechen sich in bereitgestellte Höhlen. Es  gibt allerdings auch Tiere die mitten im Terrarium auf ihrem Stammplatz verweilen. Sofern die Temperatur nun auf ca.18°C gehalten werden kann, ist die Winterruhe problemlos in dem Hauptterrarium durchzuführen. Ist dies nicht möglich, sollte das Tier in einen kühleren Raum umziehen. Dies kann in ein Quarantäneterrarium sein, einige Halter lassen die Tiere auch in separaten Boxen überwintern.

In der Zeit sollte auf gar keinen Fall Futter angeboten werden, eine Wasserschale kann aber ruhig im Terrarium bleiben.

Ist das Tier gesund und die Temperaturen nicht zu hoch, gibt es so gut wie keinen Gewichtsverlust. Von einem zu häufigen Wiegen und somit meist dem Stören der Tiere wird somit abgeraten, es sei denn es besteht ein Verdacht auf starken Gewichtsverlust oder das Tier wirkt eingefallen und krank. Ein 1-2 maliges Kontrollwiegen ist jedoch durchaus unproblematisch. Dabei sind Wiegefehler zu vermeiden: Die Waage sollte im Idealfall am gleichen Ort stehen, um Messschwankungen zu minimieren.

Ende der Winterruhe

Wird das Tier nun von sich aus wieder mehr aktiv, öffnet die Augen oder läuft vermehrt herum, sollte nun in der gleichen Geschwindigkeit wie zuvor die Beleuchtung und die Temperatur wieder hochgefahren werden. Futter sollte erst wieder angeboten werden, wenn das Tier regelmäßige Sonnenbäder einnimmt und der Organismus wieder einigermaßen hochgefahren ist. Dieser Zeitpunkt ist meist ca. 2 Wochen nach dem Anschalten der Beleuchtung. Lebendfutter sollte aber besser erst nach ca. 4 Wochen angeboten werden.

8 Wochen nach Beendigung der Winterruhe, sollte noch einmal eine Kotprobe auf Parasiten untersucht werden, damit sich nicht vereinzelt vorhandene Schädlinge während der Ruhe vermehren konnten.


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