Terrarium

Mindestmaß


Durchstöbert man einmal die vorhandene Literatur über Bartagamen, fallen einem die unterschiedlichen Angaben zu der Mindestgröße eines Terrariums auf. Vorweg sei gesagt, dass grade in älteren Schriftstücken die Maßangaben keinesfalls an die neusten Wissenschaft- und Zuchtergebnisse angepasst sind.

BartagameAm weitesten verbreitet sind die Mindestmaße für eine ausgewachsene Bartagame von 150cm Länge 80cm Breite  und 80cm Höhe, also eine Grundfläche von 1,2m² welche auch das Gutachten des Bundesministeriums für die Mindestanforderungen zu Haltung der Tiere vorschlägt. Angaben unter diesen Maßen sind auf keinen Fall für eine gute Haltung nutzbar und auch hier sei gesagt, dass Mindestanforderungen kein Optimum darstellen können.  Beobachtet man einmal ein Tier über einen längeren Zeitraum, wird einem bewusst, dass dieser Platz wirklich das absolute Minimum darstellt und eher 200cm x 80cm x 80cm aufwärts angestrebt werden sollte. Auch wenn die Tiere die meiste Zeit des Tages mit „sonnen“ verbringen wird schnell klar, dass sie in ihren aktiven Phasen einiges an Platz und vor allem an Klettermöglichkeiten benötigen.

Da ein Bartagamenrevier in der Natur oft einige Quatratmeter (1 bis zu 3 Hektar) umfassen kann, sollte somit dies als kleinstmögliche Grundfläche angesehen werden, die natürlich auch um ein weites größer ausfallen darf. 

Der Deutsche Tierschutzbund nennt hier noch einmal ganz andere Maße von 250x200x100 cm für 2 Tiere. Diese Maße sind natürlich selten zu realisieren, zeigt aber, dass das Minimum auch nur ein Minimum ist. Man sollte versuchen einen Mittelweg zwischen diesen beiden Werten zu finden.


>>>Verankerung im Tierschutzgesetz<<<


Wichtig:
Bartagamen sind in der Natur Einzelgänger, welche sich nur zu Paarungszwecken treffen. Dies sollte unbedingt bei der Terrarienhaltung berücksichtig werden, was grade für Neulinge eine Gruppenhaltung ausschließen sollte.

Möchte man trotzdem eine Gruppe Bartagamen zusammenhalten, sollte dort eine wirklich Große Grundfläche mit viel Sichtschutz und Rückzugsmöglichkeiten angeboten werden. Für ein Paar kann man pauschal eine Mindestgröße von ca. 250-300L x 80B x 80H in cm einrechnen, wobei hier größer auf jeden Fall besser wäre.

Innenausstattung

Doch nicht nur eine ausreichende Grundfläche ist für das Wohlbefinden des Schützlings wichtig, sondern auch eine gut strukturierte Rückwand, sowie einige Einrichtungsgegenstände wie Steine, Wurzeln oder Höhlen die zum Klettern, Reiben und Verstecken genutzt werden können.

Terrarium

Bei der Rückwand ist es wichtig, dass den Tieren einige größere Plateaus angeboten werden auf denen ihr kompletter Körper gut liegen kann. Somit schafft man nicht nur schöne Aussichtsplätze für die Tiere, sondern vergrößert die nutzbare Fläche des Terrariums.

Schöne steinartige Rückwände lassen sich mit etwas Geschick aus Styropor und leicht eingefärbten Fliesenkleber bauen. Bauanleitungen dazu findet man reichlich im Internet oder zu einem späteren Zeitpunkt auch auf dieser Seite.

Auch eine Bepflanzung des Terrariums ist möglich. Hierbei sollte beachten werden, dass die Pflanzen auf keinen Fall gedüngt oder mit Pestiziden behandelt sein dürfen. Auch ist natürlich zu beachten, dass die Pflanzen für Bartagamen nicht toxisch sein dürfen z.B. viele Tillandsien-Arten. Oft in Steppenterrarien verwendet und im Maße auch von den Tieren fressbar ist z.B. der Golliwoog. Plastikpflanzen finden auch häufig den Einsatz im Terrarium, wobei hier erst ausgetestet werden sollte, ob die Bartagamen diese auch nicht anfressen. Auch sollte berücksichtig werden, dass diese oft Weichnmacher enthalten und oft nicht UV beständig sind. Die bessere Wahl ist immer natürliche Dekoration.

tillandsien

Auch bietet die Natur unheimlich viel Material. So können abgestorbene Hölzer, Wurzeln, kleine Büsche aber auch Trockengräser (sollten aber nicht scharfkantig sein) als Terrarium-Verschönerung dienen.

TrockengräserBartagame













Dekoration aus dem Wald

Wurzeln, kleine Büsche, oder Äste von draußen können wunderbar für die Terrarieneinrichtung verwendet werden. Die Gefahr, dass die Tiere dabei mit Parasiten infiziert werden, ist verschwindend gering und zu vernachlässigen.  http://www.biron.de/ta/hygiene.html

Außenmaterial

Das Außenmaterial kann variieren zwischen den meist verbauten OSB-Platten, Vollglas bis hin zum Massivholz

Zu beachten ist natürlich, dass bei unzureichender Dämmung ein Vollglasterrarium schneller auskühlt und viel Wärme verliert. Dem kann man jedoch entgegenwirken, in dem man an den Rück- sowie Seitenwände eine Struktur aus Styropor und Fliesenkleber wie oben beschrieben anbringt. Negativ an diesen Terrarien ist jedoch einmal das doch beträchtliche Gewicht und das erschwerte anbringen von Lampen an bestimmten Stellen oder das Erweitern der Lüftung.

Die meist verwendeten OSB-Platten, sind zwar nicht grade schön anzusehen, mit etwas Farbe, Holzfolie oder sogar einer Außengestaltung mit Fliesenkleber kann man sich hier schnell Abhilfe schaffen. Hier ist aber eine Versiegelung des Bodens (am besten mit Epoxidharz) oder eine komplette Bespannung mit Teichfolie ratsam, dass hier keine Feuchtigkeit eindringen kann.

Massivholz ist sicher die edelste Variante, aber auch die Teuerste. Auch hier sollte man darauf achten, den Boden zusätzlich vor Feuchtigkeit zu schützen und natürlich ist darauf zu achten, dass das Holz mit keinen toxischen Mitteln behandelt wurde.

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